Sozialwirtschaft

Sozialwirtschaft ist ein Studiengang an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten. Er existiert seit dem Wintersemester 2003/04 und stellt den erstenStudiengang dieser Art in Bayern dar. Seit 2006 wird das Studium als Bachelorstudiengang angeboten.

Der Begriff "Sozialwirtschaft" und der Studiengang

Die Sozialwirtschaft beschreibt den Teil eines Wirtschaftssystems, der sich im Wesentlichen mit den Leistungen zum Nutzen der Gesellschaft befasst. Im Zentrum stehen diesozialen Probleme, insbesondere bei der Erbringung von Dienstleistungen am Menschen. Deshalb stellt das Sachziel der Sozialwirtschaft die direkte Produktion vonindividueller und gemeinschaftlicher Wohlfahrt dar und weist somit ökonomische als auch soziale Aspekte auf.Sozialwirtschaft versteht sich als ein transdisziplinärer Studiengang, der die Wirtschaftswissenschaften mit den Sozialwissenschaften verbindet. Dabei werden den Studierendensowohl betriebswirtschaftliche, managementorientierte, juristische als auch soziale Kenntnisse vermittelt. Der Anspruch des Studiengangs Sozialwirtschaft besteht darin, durchdie Vernetzung der verschiedenen Professionen einen Mehrwert für die Studierenden zu schaffen und nicht nur die Summe seiner einzelnen Teile zu sein.
Dieser Anspruch wird unter anderem dadurch gesichert, dass eine ständige Vernetzung zwischen den Studierenden und der Professorenschaft sowie den regionalenUnternehmen aus der Sozialwirtschaft stattfindet. Die Stärkung dieser Vernetzung ist eines der vorrangigen Ziele des SoWiSo e.V.

Aufbau des Studiums

Die Module des Basisstudiums (1. bis 3. Semester) vermitteln die fachlichen Grundlagen in Betriebswirtschaftslehre, Recht, Sozialer Arbeit sowie im Bereich Mensch und Gesellschaft.
Das Vertiefungsstudium (4. bis 7. Semester) gliedert sich in drei theoretische und ein praktisches Studiensemester. Der modulare Aufbau wendet sich im vierten Semester den unterschiedlichen Aufgaben in der Sozialwirtschaft zu. Typische Kompetenzbereiche (z.B. internationale Sozialwirtschaft, interkulturelle Kompetenz, Fachenglisch Soziales, Mediengestaltung, Strafe und Haftung) werden mit querschnittsbezogenen Fachthemen (Finanzierung, Kommunikation, Organisation, Qualitätsmanagement, Personalwirtschaft) vernetzt. Hierbei werden die wesentlichen Grundsteine gelegt, um im fünften Semester in die Praxisphase einzusteigen.
Das Praxissemester (5. Semester) wird in Arbeitsfeldern der Sozialwirtschaft erbracht. Hier werden die Studierenden mit einer Projektarbeit betraut, welche angeleitet durchzuführen ist. Ziel ist es, die Studierenden auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und Theorie mit Praxis zu verknüpfen. In der Hochschule finden dazu praxisbegleitende Lehrveranstaltungen statt. An dieser Stelle möchten wir auf die Online-Jobbörse hinweisen, die die Hochschule Kempten auf ihrer Homepage zur Verfügung stellt.
Die beiden letzten Semester des Studiums (6. und 7. Semester) verstärken den Anwendungsbezug und verbinden Wissen mit Projekt- und Praxiserfahrung zum Aufbau reflexiver Feldkompetenzen. Aus mehreren Studienschwerpunkten sind zwei zu wählen; dabei bedeutet die Wahl der Studienschwerpunkte keine vorzeitige Festlegung auf eine bestimmte spätere Tätigkeit, weil die Studentinnen und Studenten auch auf verschiedene Arbeitsfelder übertragbare Kompetenzen erwerben.
Zum Abschluss des Studiums gilt es, eine Bachelorarbeit mit einem zwingend anwendungsbezogenen Thema unter Anleitung und Betreuung einer Professorin/Professors anzufertigen. Diese Arbeit kann an der Hochschule oder in Zusammenarbeit mit potenziellen Arbeitgebern erstellt werden. Sie bietet die Möglichkeit zu vertieften Kenntnissen in einem Fachgebiet und zu konkreten Schritten in das Berufsleben nach dem Hochschulstudium.
Nach dem erfolgreichen Studium verleiht die Hochschule den akademischen Grad Bachelor of Arts (B.A.).
Die Hochschule Kempten hat Partnerhochschulen, bei denen man ebenfalls ein Auslandssemester absolvieren kann.

Berufsperspektiven

Vielfältige Berufsbilder in der Sozialwirtschaft
Die Nachfrage nach sozialen Dienstleistungen, der Gestaltungsbedarf in der Sozialwirtschaft und die Suche nach neuen Wegen in der Vernetzung von Familie,bürgerschaftlichem Engagement, professioneller Dienstleistung, öffentlicher und privater Wirtschaft sind zentrale Herausforderungen in unserer Gesellschaft. DieseEntwicklung verlangt neue berufliche Fertigkeiten und eröffnet den Absolventinnen und Absolventen der Sozialwirtschaft, die diese Fertigkeiten im Studium erworben haben,vielfältige Optionen. Die Aussichten auf eine ausbildungsadäquate Beschäftigung können daher als umfangreich und vielfältig bezeichnet werden.
Sozialwirtschaft entfaltet Wirkung in vielen Feldern. Sozialwirte/innen arbeiten mit Kindern und Jugendlichen, mit Menschen mit Migrationshintergrund, mitBeeinträchtigungen und/oder sozialen Auffälligkeiten. Der Studiengang befähigt auch zur Übernahme vielfältiger Aufgaben in wirtschaftlichen Betrieben, die zunehmendsoziale Kompetenzen voraussetzen.

  • Sozialwirte/innen verbinden Leistungsberechtigte und Dienstleister in Beratungsdiensten, Sozialdiensten, Informationszentren, Internetauftritten oder als Case-Manager/innen.
  • Sie vernetzen Abteilungen, Aufgaben und Funktionen innerhalb der Organisationen als Stabsstellen im Qualitätsmanagement, in der Dienstleistungsentwicklung, imPersonalwesen, im Controlling, in der Leistungssteuerung, im Marketing und in Projekten.
  • Sie gestalten die Zukunft unseres Gemeinwesens in Freiwilligenzentren, als Quartiersentwickler/innen oder als Konzeptentwickler/innen für neue Betreuungs-,Bildungs-, Wohn- und Lebensformen.
  • Mit entsprechender beruflicher (Vor-)Erfahrung bietet der Bachelor in Sozialwirtschaft auch eine gute Grundlage für das Hineinwachsen in Leitungsfunktionen.

Nachfolgend zeigen wir eine Auswahl an Berufsfeldern auf, in denen Sozialwirte/innen arbeiten. Diese Liste ist beliebig erweiterbar und soll nur zu Orientierung dienen.

  • Assistenz der Geschäftsleitung in diversen Einrichtungen und Abteilungen des Sozial- und Gesundheitswesens
  • Berufsbetreuer-/in
  • Beratungstätigkeit in Beratungsstellen, Krankenkassen, Agentur für Arbeit, Jobcenter, pädagogische Einrichtungen etc.
  • Betriebssozialarbeit
  • Controller-/in
  • Erlebnispädagoge-/in
  • Geschäftsführer-/in von Kitas, Bildungseinrichtungen, Altenheimen etc.Gleichstellungsbeauftragte-/er an Hochschulen, Krankenhäusern, Landratsämtern etc.
  • Jugend-, Bildungsreferent-/in
  • Kommunaler Kinder- und Jugendbeauftragte-/er
  • Koordinator-/in für Ehrenamtlichenarbeit, Ausschreibungsmanagement etc.
  • Marketingreferent-/in in Kliniken, bei Bildungsträgern etc.
  • Personalreferent-/in
  • Projektleiter-/in
  • Referent-/in bei Krankenkassen, für Öffentlichkeitsarbeit, Sozialsoftware etc.
  • Seminarleiter-/in Erlebnispädagogik, Berufsvorbereitungsmaßnahmen etc.
  • Sozialdienst an Schulen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, (Reha-)Kliniken etc.
  • Sozialpädagoge-/in für berufliche Integration, im Kinderheim, Freizeitmaßnahmen etc.
  • Stabsstelle Sozialpolitik
  • Verwaltungsleiter-/in Krankenhaus

Nähere Informationen zum Studiengang finden Sie auf der Homepage der Hochschule Kempten. Einen vertiefenden Blick gibt das Modulhandbuch Bachelor der Sozialwirtschaft.

Herzlich Willkommen!